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basti-la
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CO2 im Aquarium

Fast jedes Aquarium enthält zu wenig CO2! Verkümmerte Pflanzen, verstärktes Algenwachstum und ein überhöhter PH-Wert sind die Folgen. aquaristicum zeigt Nutzen und Wege zur sinnvollen CO2-Düngung.

Eine idyllische Unterwasserlandschaft besteht für die meisten Aquarianer in erster Linie aus vielen Pflanzen. In der Natur findet sich solch üppiges Wachstum allerdings eher selten. Um trotzdem einen hohen Pflanzenbestand im Aquarium am Leben zu halten, muss dem Wasser zusätzliches CO2 hinzugefügt werden. Zusammen mit Wasser und Lichtenergie produzieren die Pflanzen so ihre wichtigsten Baustoffe: Zucker und Stärke.

Wie entsteht CO2?
Bereits in den Wasserwerken wird unserem Wasser CO2 entzogen. Der Restgehalt wird von den Pflanzen bereits in der Einlaufphase nach der Neueinrichtung größtenteils verbraucht.

Auf natürlichem Wege entsteht CO2 nun durch die Atmungsprozesse aller im Becken befindlichen Lebewesen sowie durch die biologischen Abbauprozesse der im Wasser befindlichen Schmutz- und Schlammschichten. Da wir letztere im Aquarium allerdings eher selten dulden und oft von Hand oder unbemerkt per Aquarienfilter entfernen, fehlt dem Wasser die Basis zur CO2-Produktion. Außerdem wäre die Haltung der erforderlichen Anzahl von Tieren in einem Pflanzenaquarium auf Grund von Platzmangel nicht artgerecht.

Fehlt meinem Aquarium CO2?
Um festzustellen, ob und wieviel CO2 dem Wasser hinzugefügt werden muss, wird zuvor der CO2-Bedarf bestimmt.

Die gängigste Methode ist die CO2-Dauermeßung. Mit dieser l&aumlsst sich zwar nicht der genaue CO2-Gehalt, jedoch ein Mangel oder ein evtl. überschuß feststellen. Der CO2-Dauertest ist im Zoohandel erhältlich und kostet ca. 18 €.

Eine genaue Messung des CO2-Gehaltes ist mit Hilfe von Tropftests (ca. €) oder elektronischen Messgeräten (ca. 150 €) möglich. Zusätzlich kann der Gehalt mit Hilfe des PH- und KH-Wertes errechnet werden. Ideal ist in den meisten Becken ein CO2-Gehalt von 10-20 mg/l.

CO2 hinzufügen
Es gibt verschiedene Methoden dem Wasser zum richtigen CO2-Gehalt zu verhelfen.

Den einfachsten Weg sehen viele Aquarianer in sog. CO2-Tabletten, die mittlerweile von verschiedenen Herstellern angeboten werden. Beim ersten Kauf benötigt man zusätzlich einen kleinen Reaktor, der ins Aquarium gehängt wird und in den regelmässig eine neue Tablette eingelegt werden muß. Bei vielen Systemen läßt sich allerdings nur eine schwache Wirkung erkennen.

Der günstigste Weg führt den Aquarianer zunächst in den Getränkemarkt. In einer leeren PET-Flasche lässt sich mit Hilfe von Gärung eine biologische CO2-Düngung im Selberbau schaffen. Die Größe der Gärbehälters hängt vom Aquarienvolumen ab, je 100 Liter Aquarienwasser benötigt man 1 Liter Gärbehälter, Beispiel: Bei einem 54-Liter Aquarium reicht eine 0,5 Liter PET-Flasche, bei einem 112-Liter Becken sollte schon eine 1 Liter PET-Flasche gewählt werden.

Nach dem Austrinken und Ausspülen wird ein 4 mm Loch in den Deckel gebohrt und ein 6 mm Schlauch hindurchgezwängt. Nach Möglichkeit sollte ein Schlauch verwendet werden, der speziell für diesen Zweck produziert wurde (im Aquarienhandel erhältlich). Der Schlauch wird nun nochmals mit Silikon am Deckel verklebt. Zur Sicherheit sollte diese Verklebung nun einige Stunden durchtrocknen.

Je 100 Liter Aquarienwaßer sollte ca. 0,6 Liter Gärmischung angerührt werden, wobei der Gärbehälter niemals bis oben hin aufgefüllt werden darf. Je Liter Gärmischung fügt man 250 Gramm Zucker und 1 – 1,5 gestrichene Teelöffel Trockenhefe hinzu und verrührt es gründlich miteinander. Danach wird die Flasche fest unter den Deckel – nicht der Deckel auf die Flasche – geschraubt, damit die Silikonverklebung nicht beschädigt wird. Am anderen Ende des Schlauches wird nun ein Ausströmer, idealerweise einer aus Lindenholz, befestigt und ins Aquarium gehängt. Nach ca. 5 Stunden kommt die erste CO2-Blase.

Diese selbstgebraute Mischung sollte nun ca. 2-3 Wochen halten. Der Nachteil am Eigenbau ist vor allem die am Anfang zu starke und dafür am Ende oft zu schwache CO2-Zufuhr. Vorteilhaft ist der äusserst geringe Preis von ca. 2,50 € für die Anschaffung und ca. 0,20 € für die Füllung.

Auf dem biologischen Gärungsprozess basierende Anlagen gibt es auch im Komplettset beim Fachhändler (ca. 16 €). Vorteil bei den Anlagen aus dem Handel sind die oft kontinuierlichere CO2-Produktion und die daraus resultierende längere Haltbarkeit von ca. 4-6 Wochen. Die Nachfüllflasche kostet ca. 4 €.

Der Königsweg und vor allem auch für größere Aquarien geeignet ist die Versorgung über eine Druckgasflasche. Im Komplettset findet sich neben der CO2-Flasche zumeist ein Druckminderer, ein Reaktor, ein Blasenzähler und ein CO2-Schlauch.

Der Druckminderer wird direkt an der CO2-Flasche angebracht und dient zur Regulierung der CO2-Zufuhr. Der Arbeitsdruck kann dabei meistens an einem Manometer abgelesen werden. An den Druckminderer wird der Schlauch angeschlossen, der auf dem Weg zum Aquarium von dem Rückschlagventil unterbrochen wird, um die Anlage vor Wasser zu schützen.

Reaktor und Blasenzähler sind oftmals in einem Gerät. Der Blasenzähler dient lediglich dazu, die Anzahl der Blasen pro Minute zu zählen und so die optimale Blasenanzahl für das Aquarium festzulegen. Der Reaktor sorgt für eine besonders gute Verwertung der CO2-Blase im Wasser. Ziel des Reaktors ist es, die Blase solange unter Wasser zu halten, bis sie vollständig oder zumindest zum großen Teil aufgebraucht ist.

Eine sinnvolle Erweiterung für jede CO2-Druckgasanlage ist die Nachtabschaltung. Da die Pflanzen ohne Licht keine Photosynthese betreiben können, wird auch kein CO2 benötigt – das spart CO2. Die Nachtabschaltung ist ein Magnetventil, das über einen Stecker mit Strom gespeist wird. Sobald der Strom abgestellt wird, schliesst sich das Magnetventil – die CO2-Zufuhr wird abgebrochen. Idealerweise sollte daher die Stromzufuhr über die Zeitschaltuhr der Beleuchtung erfolgen.

Die Versorgung über eine Druckgasflasche hat allerdings ihren Preis – neben der einmaligen Anschaffung (ab 150 €) kostet die Nachfüllung der Flasche rund 8 €.