Der richtige Wasserwechsel
Eine wichtige Aufgabe des Aquarianers ist der regelmäßige Teilwasserwechsel. Nur so kann sichergestellt werden, dass den Tieren eine artgerechte und schadstoffarme Umgebung geboten wird. aquaristicum zeigt, warum, wie und wie oft gewechselt werden sollte.Warum muss ich das Wasser wechseln – und die Natur nicht?
Diese Frage mag sich so manch ein Aquarianer schon gestellt haben, gilt es doch als Ziel, die natürliche Umgebung unserer Schützlinge möglichst detailgetreu zu simulieren. Doch schon die Aussage der Frage steht auf einem wackeligen Posten – denn die Natur wechselt das Wasser der Seen, Flüsse und Meere permanent. Es verdampft, steigt gen Himmel und fällt gereinigt in Form von Niederschlag wieder auf die Erde und ihre Gewässer.
Besitzer eines offenen Aquariums können sich in den meisten Fällen der gleichen Technik bedienen. Verdampftes Wasser kann durch Frischwasser ersetzt werden und macht den „echten“ Teilwasserwechsel in der Regel überflüssig.
Wie oft muss ein Teilwasserwechsel durchgeführt werden?
Wie schon beschrieben, sollte bei offenen Aquarien der schlichte Ersatz des verdunsteten Wassers ausreichen.
Das Problem liegt bei den geschlossenen Aquarien, denn hier tropft das verdunstete Wasser direkt vom Deckel nahezu ungereinigt zurück in das Becken. Generell lässt sich sagen, dass etwaige Faustformeln über den Umfang des Wasserwechsels falsch sind, denn dieser hängt stark von der Beschaffenheit des Beckens, des Filters und der Höhe des Besatzes ab. Ein kleines Aquarium mit schwachem Filter und vielen Tieren benötigt häufiger einen größeren Teilwasserwechsel, bei dem bis zu 40% des Wassers getauscht werden können. Größere Aquarien mit starkem Filter und niedriger Besatzdichte haben entsprechend längere Intervalle mit prozentual kleinerem Wasseraustausch
Welcher Intervall und welche Austauschmenge für das eigene Becken am besten geeignet sind, findet der ambitionierte Aquarianer schnell selbst heraus. Algenwuchs und „trübes“ Wasser sind Indikatoren für einen stärkeren Bedarf, schlechtes Pflanzenwachstum hingegen kann einen niedrigeren Bedarf an Wasserwechseln bedeuten. Idealerweise sollte näher an der unteren Grenze gearbeitet werden, sprich möglichst wenig(e) Wasserwechsel.
Wer den richtigen Rhythmus gefunden hat, sollte ihn nur noch bei Krankheiten ändern. Hier hilft oftmals ein kürzeres Intervall mit höherer Austauschmenge, um Viren und Erreger aus dem Becken zu schleusen.
Wie kommt das Wasser aus dem Becken und wieder hinein?
Die wenigsten Hobbyaquarianer werden in ihrem Wohnzimmer und neben dem Aquarium einen Wasserhahn und/oder Abfluss haben.
Von Messbechern ist im allgemeinen abzuraten, denn diese machen auf Grund ihres geringen Volumens viel Arbeit und erzeugen beim Wasserschöpfen starke Verwirbelungen im Aquarium. Viel mehr eignen sich Eimer – allerdings sollte man tunlichst die Finger vom Putzeimer lassen und in einen oder mehrere Eimer investieren, die nur für den Wasserwechsel genutzt werden.
Zunächst muss das Wasser aus dem Aquarium. Hierfür besorgt man sich einen flexiblen Aquarienschlauch mit einem Durchmesser von ca. 1 cm in der passenden Länge (lieber zu lang als zu kurz). Das eine Ende wird ins Aquarium gehangen, am anderen Ende mit dem Mund kräftig gezogen und dann in den Eimer gehangen – so fließt das Wasser von alleine. Allerdings muss das Schlauchende in der Quelle (beim Ablassen das Aquarium – beim Auffüllen der Eimer) immer höher sein als das Schlauchende des aufnehmenden Gefäßes. Nach dem Ablassen des Wassers gelangt das Frischwasser auf gleiche Weise vom Eimer in das Aquarium.
Das Frischwasser sollte natürlich wohl temperiert sein. Einige Aquarianer setzen sogar auf Regenwasser, allerdings ist dies natürlich ein zusätzliches Risiko.
Extratipp: Um die Laichbereitschaft einiger Arten zu stimulieren, kann mit einem Gießkannenaufsatz vor dem Schlauch beim Einfüllen des Frischwassers Regen simuliert werden.
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© 2006 aquaristicum.de - Sven Borgmeyer
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